Wie die ersten Elfen und Feen geboren wurden

Urzeitstory

Wie die ersten Elfen und Feen geboren wurden
Feenmutter Winona

Story Boarding

DIE STORY © Kapitel 05

DAS GROSSE GEHEIMNIS

Wie die ersten Feen und Elfen geboren wurden

 

 

Beim Schmieden der Sternenfeuer aus dem Gold der Schöpfung, stoben seit Anbeginn aller Zeiten Funken in alle Richtungen des Himmels. Viele dieser Funken, erreichten als Sternschnuppen die Erde. Für die ersten Menschen die damals Lebten, war das nächtliche Schauspiel ein immer wieder kehrender Anlass der Freude. Immer, wenn sie einen feinen Schweif der niederfallenden Sternchen entdeckten verbanden sie Ihre sehnlichsten Wünsche mit den funkelnden Lichtern.

Eins nachts geschah es, dass ein besonders großes Stück Sternenstaub auf die Erde traf. Es erkannte selbst, dass es wohl etwas zu groß geraten war. Dort wo es auftreffen würde konnte es großen Schaden anrichten. Doch es wollte Freude verbreiten, kein großes Unheil verursachen. Glücklicher Weise beschloss es, hoch über den Köpfen der Menschen, sich in kleinere Stücke zu teilen. So kam es, dass in jener Nacht die zwei ersten Feenkinder „Nayeli“ und „Sitara“ geboren wurden und fast gleichzeitig mit Ihrer Mutter “ Winona“ in der Nähe eines kleinen Indianer-Dorfes niedergingen.

Ein Kleines Mädchen bewunderte in dieser Nacht im August, dem „Monat der reifen Pflaumen“ wie so viele andere Menschen auf der Welt die funkelnden Sterne. Das Mädchen mit dem Namen „Chimalis“ wohnte aber in jenem Land und in jenem kleinen Dorf über dem dieses erste Feenwunder geschah. Alls sie die Sternschnuppe entdeckte, wünschte sie sich so wie es die Alten erzählt hatten, große Zauberkräfte zu besitzen. Als dann über ihr aus einem fallenden Stern nach einem gleißenden Lichtblitz drei wurden, konnte sie ihr Glück kaum fassen. Sie lauschte mit all ihren Sinnen in die die magische Nacht, denn sie wollte auf keinen Fall verpassen, wenn sie Ihre großen Zauberkräfte erhielt. Doch in die freudige Erwartung des dreifachen Glückes mischte sich fernes Wehklagen. Sie fühlte den Schmerz einer Mutter die ihre Kinder verloren hatte. Auf unbegreifliche Weise war ihr sofort klar, dass diese Stimmen die sie vernahm nicht vom raunen des Windes kamen. Es mussten die Stimmen der fallenden Sterne sein, die sich im Dunkel der Nacht verloren hatten. Sogleich beschloss sie zu helfen, wollte die Mutter aber auch deren Kinder suchen. Kühle Schauer liefen ihr über den Rücken. Sie zweifelte. Sie wollte ihre Angst vor den unwägbaren Gefahren der Dunkelheit besiegen, aber in dieser Nacht hatte sie noch zu große Furcht und so beschloss sie am nächsten Tag, so früh wie möglich mit ihrer Suche zu beginnen. Einen nicht enden wollenden Traum von zehrenden Gefühlen, Sehnsucht und Leid, erfüllt von klagenden Rufen verlorener Seelen im endlosen Nichts, durchlebte sie ihn jener Nacht der Sternen-Magie.

Am nächsten Morgen begab sich „Chimalis“ vom Volk der Sioux auf die Suche. Dass sie alleine die Umgebung ihres Dorfes durchstreifte war nicht ungewöhnlich. Niemand außer ihr hatte etwas bemerkt und sie war fest entschlossen keinem von den Ereignissen der Nacht zu erzählen. Auch von den Geheimnissen ihrer Träume sollte keiner erfahren. Sie glaubte genau zu Wissen wo der Größte der fallenden Sterne nieder ging. Ihn wollte sie zuerst suchen. In ihren Gedanken formten sich Worte die sie noch nicht verstand, aber sie wusste was sie zu tun hatte. Sie musste auch nicht sonderlich lange suchen, wie von einer unsichtbaren Hand geleitet fand sie Ihr Ziel. Nun stand Sie am Rande eines riesigen Walls aus Steinen aufgehäufter Erde und Geröll. Das diese Erde frisch aufgeworfen war erkannte sie sofort. Aus einigen abgebrannten aber noch immer vor sich hin kokelnden Baumstümpfen stiegen noch kleine Rauchwölkchen auf. Der Geruch des frisch verbrannten Holzes kribbelte manchmal so stark in ihrer Nase, dass sie kräftig niesen musste. Besonders, wenn der Wind eine der kleinen Rauchschwaden direkt vor ihr Gesicht blies.

Auf allen vieren kletterte Chimalis ein letztes Stück auf die Kante des Erdhaufens. Oben, konnte sie nach wenigen Schritten in eine baumlange Furche hinein schauen. Von hier sah es aus wie eine riesige lang gezogene klaffende Erdwunde. Konnte das alles die Kraft eines so kleinen Sternchens gewesen sein oder waren hier Riesenhände am Werk und hatten die Erde aufgerissen, überlegte sie zweifelnd. Unten fast genau an der tiefsten Stelle sah sie ein zittriges, flackerndes, bläulich schimmerndes Etwas. Nein es war eine glitzernde flirrende Gestalt eines Menschen. Chimalis Herz pochte vor Aufregung bis zum Hals. Neugierig klettere sie in den Erdkrater. Und je näher sie der Leuchtenden Erscheinung kam, umso mehr erkannte sie ihr eigenes Ebenbild. Vorsichtig etwas verschreckt versuchte sie sich um die Lichtgestalt aus leuchteten Nebeln herum zu bewegen. Doch wo auch immer sie sich hinbegab wandte sich ihr dieses fremde und doch so vertraute Antlitz zu. Sie setzte sich nieder und versuchte das gesehen zu verstehen. Wieder mit neuem Mut beseelt versuchte sie ihr zweites ich zu berühren, doch es gelang ihr nicht. Immer wieder griffen ihre Finger ins Leere. Was konnte sie noch unternehmen das nun einen Sinn machte, fragte sie sich.

Nach einer Weile als Chimalis sich die Stelle lange besehen hatte, aus der die Figur scheinbar aus dem Nichts herauszuwachsen schien, begann sie mit ihren bloßen Händen zu graben. Als sie bemerkte, dass sie nur langsam voran kam holte sie sich den abgebrochenen Ast eines nahen Baumes und nahm diesen zu Hilfe. Erst jetzt bemerkte sie, dass es zu Regnen begonnen hatte. Das Rinnsal des sich sammelten Regens flossen ausrechnet hin zu der Stelle an der sie grub. Immer wieder tastet sie mit ihren Händen nach etwas fassbaren im trübbraunen Wasser und Schlamm. Ihr war kalt, sie fröstelte. Wieder und wieder förderte sie nur verbrannte Erde und Steine zu Tage. Doch dann schälte sich plötzlich eine zwei Daumen breite, dunkle Kugel aus dem Schlamm. War es dass wonach sie suchte? Sie säuberte die Kugel mit ihren Finger so gut sie konnte. Niemals zuvor hatte sie so etwas ebenmäßig Rundes gesehen. Diese Kugel war etwas Besonderes. Diese Kugel musste ihre Wunsch-Sternschnuppe sein. Nirgends erkannte sie eine Erhebung oder eine Kerbe. Kein Zeichen, kein Kratzer befand sich auf der ebenen Oberfläche. Als sie zitternd die Kugel anhob, erhob sich auch ihr schillerndes Ebenbild. Chimalis erschrak, sie war nun völlig verunsichert, ihr Kopf fühlte sich an als wollte er platzen. Nach und nach zog sich ein Schleier aus Licht über sie, hüllte sie ein, umfloss sie, legte sich über ihre Haut. Sie schloss ihre Hand um ihren Gefallenen Stern. Nein, um keinen Preis der Welt würde sie ihn jetzt los lassen wollen.

Chimalis presste ihre Arme ängstlich an sich. Erst war sie sich nicht sicher aber nun spürte sie immer deutlicher, wie wohlige Wärme in ihr aufstieg. Sie kam aus der Perle, kroch in ihre Hand – in ihren gesamten Körper. Und nun bemerkte sie, ihr Lichtschleier schützte sie auch wie eine zweite Haut vor dem Regen. Unfassbares Glück durchströmte sie in diesem Moment. Sie fühlte, dass dies alles nur ein Anfang war. Chimalis hatte eine Vorahnung, dass dies noch lange nicht alle Geheimnisse waren die sie nun mit dieser Kugel verbanden. Sie musste sich wohl noch lange mit ihrem Fund beschäftigen um hinter all die noch verborgenen Rätsel zu kommen. Um besser sehen zu können stieg sie wieder hinauf zum Rand des Kraters und besah sich ihren Schatz aufs neue. Mittlerweile hatte sie versucht auch die letzten Schmutzreste mit ihrer Kleidung zu entfernen. Ärgerlicher Weise setzten sich immer wieder winzig kleine Regentropfen auf die tiefblaue, seitenmatte Außenfläche ihrer dunklen aber dennoch von innen heraus leuchtenden, magischen Kugel. Manchmal war sie sich sicher tief ins Innere schauen zu können, dann sah sie wallende Schemen. Fast fühlte sie ihre Gedanken in die Kugel hinein gezogen aber an der Oberfläche, an der wie eine Perle schimmernder Außenhaut, konnte sie keine Veränderungen feststellen.

So vergingen die Stunden des Tages und Chimalis wusste, es wurde Zeit sich auf den Rückweg zu machen. Zu vor aber legte sie ihre magische Perle noch einmal vorsichtig zu Boden und trat einige Schritte zurück. Und tatsächlich, ihr Spiegelbild, ihre zweite Haut löste sich von ihr, und sie konnte sich inzwischen klatsch nass geregnet, mit wassertriefenden Haaren, bläulich schimmernd wieder erkennen. „Wer bist du“ rief sie den prasselnden Regen übertönend ihrem Spiegelbild zu. Der Schreck fuhr ihr durch alle Glieder als sie ihre eigenen Worte wie ein Echo ein Zweites mal hörte. Sie sah und hörte ihr Ebenbild sprechen, neue Laute und Worte konnte sie hören, doch so sehr sie sich auch bemühte, Chimalis konnte nichts verstehen. Sie sahen sich an die zwei „Chimalis“ fast trotzig vom Unvermögen sich etwas erzählen zu können. Chimalis überlegte und erkannte, dass sie mehr Zeit brauchte um mehr über all das Neue und Fremde dass ihr hier gegenüberstand zu lernen. Ein unberührbares Ebenbild ihrer selbst sah sie von sich. Chimalis erkannte jedes Detail von sich und ihrer Kleidung. Sie wusste jetzt, dass sie heute den Schatz, das Glück ihres Lebens gefunden hatte. Niemals mehr musste sie alleine sein, aber nur wenn ihr dieses Sternengeschenk nie verloren ging. Nochmals betrachteten sich beide Mädchen stumm von unten bis oben. Dann nach einer Weile, schritten „Chimalis“ und „Chimalis in ihrer unberührbaren Lichtgestalt wieder auf einander zu und wurden eins. Als Chimalis ihr magisches Himmelsgeschenk nahe an ihren Körper brachte verschwand auch noch der letzte blaue Schimmer ihrer zweiten Haut. Sie packte ihre Zauberperle in ihr Lieblingstuch und steckte sie damit umhüllt in ihren am Gürtel baumelnden Lederbeutel. Nun eilten ihre Gedanken ihren Schritten voraus. Auch wenn bei ihrer Heimkehr niemand ihre Sternenperle bemerkte, musste sie sich vorsehen. Keiner sollte aus Versehen ihr großes Geheimnis entdeckte. Auf keinen Fall durfte sie sich weit von ihrer magischen Kugel entfernen oder sie gar verlieren. Was würde geschehen, wenn sie ihren Lederbeutel zu weit von ihrem Nachtlager entfernt niederlegte? Würden die anderen ihrer Sippe, ihr schillerndes Ebenbild genau so sehen könne wie sie selbst? Oder schlimmer noch, könnte ihr Zauberbild so für alle Zeiten verloren gehen? Viele Fragen beschäftigten sie in dieser Nacht. Es dauerte sehr lange bis sie einschlief.

Völlig verstört erwachte „Chimalis“ am darauf folgenden Tag. Sie war sich nicht sicher ob sie nur träumte oder ob sie tatsächlich über sich und ihre Träume nachdachte. Alles schien so verworren Ihre Erlebisse der letzten zwei Tage, aber auch die Träume und Empfindungen vermischten sich in ihren Gedanken zu einem unlösbaren Wollknäuel. Noch kuschelte sie in Ihrem Nachtlager. Sie verspürte großen Hunger, das war schon einmal der Anfang eines Gedankenfadens der sie nach und nach wacher werden ließ. Unter Ihrer Decke tastete sie nach ihrem Lederbeutel. Alles war in bester Ordnung, aber sie war tief erfüllt von einer überwältigenden Traurigkeit. Alles, jeder Gedanke den sie ersann drehte sich um die beiden fehlenden Sternenkinder. Sie spürte ihren Schatz durch das weiche Leder. Noch hatte Niemand, auch nicht ihr bester Freund „Hualon“ etwas bemerkt, oder unbequeme Fragen gestellt. So sollte es auch bleiben. Insbesondere Hualon durfte sie heute Morgen nicht aufsuchen oder gar Fragen zulassen was sie vorhatte. Wie sollte sie also heute vorgehen. Heute war sie nicht als erste erwacht. Sie musste abwarten bis alle die etwas vor hatten oder zur Jagd gingen das Lager verlassen hatten. Sie würde sich erst Richtung Osten aus dem Dorf schleichen und dann Richtung Süden abbiegen. Und heute würde sie auch unbemerkt einige Essensvorräte organisieren müssen. Wenn sie beide Sterschnuppen finden wollte musste sie damit rechen nicht rechtzeitig vor Anbruch der Dunkelheit zurückkehren zu können. Sie wollte ihr Versprechen zu helfen das sie sich selbst gegeben hatte heute entgültig einlösen. Nach Süden musste sie sich heute wenden, dort vermutete sie die beiden anderen Sternenteile ihrer Wunschsternschnuppen-Nacht. Gedankenverloren fuhr sie die Rundung ihres Sternen-Geschenks nach. Anders als gestern waren da keine klare Stimme oder Ahnungen die ihr den Weg oder zumindest die Richtung wiesen. Immer, wenn sie wollte, konnte sie das Bild einer klagenden Mutter aus ihren Gedanken hervor holen. Dann vernahm sie auch das raunen der fremden Worte deutlicher. Manchmal war es fast als hätte sie selbst schon Kinder, so fühlte sie das Leid und die Sorge um die verlorenen Seelen. Gestern Abend noch bevor sie einschlief glaubte sie auch ab und an entfernte Klagelaute der Sternen-Kinder zu hören. Sie war sich so sicher dass es Antworten auf die Rufe ihre Mutter waren und dass sie nur von den Kindern ihre Sternenperle stammen konnten. Sie wollte diesen Rufen folgen und wenn sie lauter würden wüsste sie ob sie näher kam. Doch heute waren diese Stimmen erloschen. Chimalis lauschte erneut in sich, versuchte zu hören was nicht mehr zu hören war. Deutlich konnte sie das pochen ihres Herzens, das Rauschen ihres Blutes hören, wenn sie die Hände fest auf Ihre Ohren presste. Aber die traurigen Melodien der Klagerufe waren verklungen. Vieles war sonderbar in den letzten zwei Tagen. Sie fühlte sich sehr verunsichert. So vieles was geschehen war konnte sie sich nicht erklären. Aber aufgeben kam nicht in Frage. Wie gestern musste sie sich unbemerkt von Ihren Eltern, Freunden und Mitbewohnern ihres Dorfes auf die Suche begeben.

Die Sonne stand schon sehr hoch als Chimalis ihre zweite Suche begann. Immer wieder rief sie sich die Nacht der fallenden Sterne in Erinnerung und immer wieder kam sie zu dem Schluss dass sie etwa zwei Stunden Richtung Südwald gehen musste. Während des ganzen Morgens hatte sie es nicht gewagt in ihren Lederbeutel zu Blicken. Aber immer wieder umschlang sie ihn mit ihren Fingern um sich zu versichern, das ihre Sternenkugel noch da war. In der Nacht war sie mehrmals erwacht und ein einziges Mal konnte sie ihre Neugier nicht zurückhalten. Unter ihrer Decke hatte sie einmal vorsichtig ihren Lederbeutel geöffnet und hineingesehen. So hatte sie bemerkt dass ihre Kugel immer noch seidigsamten leuchtete. So bald sie weit genug von ihrem Heimatdorf entfernt war würde sie ihren märchenhaften Fund aufs neue Begutachten und Untersuchen. Alle wichtigen Dinge des Lebens brauchen einen Namen schoss es Chimalis durch den Kopf. Sie brauchte einen Namen für ihren Sternensplitter. Oder nein, sie hatte ja bereits einen im Sinn. Ja bereits in ihrer magischen Wunschnacht hatte sie einen Namen. Ihr wurde wieder, wie so oft in den zurückliegenden Stunden abwechselt heiß und kalt. Woher wusste sie dass ihre Sternschnuppe „Winona“ hieß?

In Gedanken stellte Chimalis immer wieder ein Dreieck vor und verband die Eckpunkte mit dem Punkt des Himmels, an dem in ihrer Wunschnacht der helle Blitz aufzuckte. Sie versuchte sich auch an den Moment zu erinnern, als sie erkannte dass sich der Sternenschweif teilte. Wenn eins oder gar beide Sternenkinder in den Süd-Wald gefallen waren, würden diese Stellen sehr schwierig zu finden sein. Doch wie weit und wohin genau sollte sie sich wenden? Während Chimalis so vor sich hin stapfte, versuchte sie sich an frühere Erkundungstouren mit ihrem Vater und ihren Nachbarn zu erinnern. Ja, etwas weiter entfernt als sie zunächst gehen wollte war eine Anhöhe, ein Hügel, oder war es nicht fast schon ein Berg? Von ihm aus, würde sie das ganze in Frage kommende Land, und große Teile des Süd-Walds überschauen können. Nun, da sie ein Ziel hatte vielen ihr die Schritte leichter. Noch zuversichtlicher wurde sie als sie sich vorstellte zur Not auf einen der höchsten Bäume zu klettern. So würde sie sich auch in den ihr nicht so bekannten Teilen des Südwaldes schnell zurechtfinden.

Kurz nach der Mittagszeit hatte Chimalis den höchsten Punkt der Anhöhe erreicht. Enttäuscht stellte sie fest, dass sie von hier aus doch nicht über die Baumwipfel schauen konnte. Sie sucht sich einen der großen Bäume am Rande des Platos aus und kletterte bis in den Wipfel. In einer der oberen Astgabeln suchte sie sich Halt und klemmte sich mit ihren Beinen fest. Freudig stellte sie fest, dass sie von hier aus bis zum Horizont alles wunderbar überblicken konnte. Lange musste sie nicht suchen, schon nach wenigen Augenblicken glaubte sie einen der Einschlagstellen der Sternenkinder erkannt zu haben. Ja, kein Zweifel in einer langen Schneise, waren dort drüben viele Bäume umgeknickt, abgebrochen, und einige mussten sogar verbrannt sein. Im Wald würde sie zwar etwas langsamer vorankommen, überlegte sie weiter, aber in zwei Stunden sollte die Strecke zu schaffen sein.

Wie die ersten Feen und Elfen geboren wurdenAlle wichtigen Dinge des Lebens brauchen einen Namen dachte Chimalis erneut nach. Wenn da drüben tatsächlich ihre zweite Sternenperle zu finden war, hatte sie sich schon den wundervollen Namen „Nayeli“ ausgedacht. Aufmerksam musterte sie während dessen die Umgebung nach weiteren Auffälligkeiten oder ungewöhnlichen Spuren. Und „Sitara“, ja Sitara war auch ein toller Name für ein Sternenkind, nur musste sie beide noch Finden. Sofort tastet sie wieder nach dem kostbarsten das sie je besaß, dem Inhalt ihres Lederbeutels. Alles in Ordnung, deutlich spürte sie das runde Etwas zwischen der Lederhaut. Und wie immer wenn die Gedanken von Chimalis um ihren Sternenfund kreisten glaubte sie die leise Stimme, die nur von ihrer Wunderkugel aus gehen konnte, deutlicher zu hören. Wieder lauschte sie dem dringlichen Flüstern. Gedankenverloren griff sie in ihre Tragetasche und holte das Tuch mit ihrem Schatz hervor. Als sie die oberste Ecke anhob schlug ihr strahlende Helligkeit entgegen. Verschreckt wollte sie einen Schritt zurückt treten. Doch ihr Fuß fand keinen Widerstand, stakte ins Leere. Mit einer Hand musste sie ihre Kugel umklammern, mit der zweiten konnte sie so schnell keinen Ast mehr greifen. Sie fiel entsetzlich langsam, Chimalis hatte völlig den Halt und die Orientierung verloren. Verwundert stellte sie fest, dass sie noch während ihres Sturzes die Zeit fand darüber nachzudenken ob sie Angst verspürte. Aber nein, sie empfand die Angst nicht die sie selbst befürchtete. Sie empfand eher große Trauer darüber, dass sie wegen einer kleinen Unachtsamkeit, weil sie kurz ihrer Neugier nachgab, nun ihr großes Ziel die Sternenkinder zu Ihrer Mutter zu bringen, nicht mehr erreichen würde. Verzweifelt ruderte sie wie wild mit ihren Armen, strampelte mit ihren Beinen doch nichts war fassbar und wollte ihren Fall bremsen. Ihre Haare wirbelten nach allen Seiten zogen sich durch das Laub des Baumes. Die ersten Zweige klatschten gegen ihren Bauch dann ins Gesicht. Sie fiel, oder nein, besser sie schwebte, die Zeit schien sich zu dehnen. Sanfte Gummibänder fingen sie auf, leicht wie eine Feder fühlte sie sich plötzlich. Anstatt grauenvoller Verzweiflung machte sich ein wunderwohliges Gefühl ihren Körper breit. Sie hätte schon lägst grässlich krachend am Boden aufschlagen müssen. Aber als sie sich umsah erkannte sie dass sie noch nicht einmal die hälfte des Weges gefallen war. Und überhaupt sie fiel nicht mehr sie schwebte. Sie hatte noch nie Höhenangst beim Klettern aber dieser Zustand rief nun doch ein gewisses Unwohlsein in ihr hervor.

Wie die ersten Feen und Elfen geboren wurdenDie ganzen letzten Tage, hatte Chimalis häufiger damit Schwierigkeiten zu unterscheiten ob sie wohl wach wäre oder träumte. Jetzt war es sicher sie schlief und träumte. Sie träumte davon fliegen zu können. Sie träumte von Zauberkräften, die sie in einer Sternschnuppen Wunschnacht erhalten würde. Sie träumte auch ohne die Flügel eines Vogels zu schweben wohin sie wollte. Und sie wollte das Sternenkind „Nayeli“ finden und kennen lernen. Noch ehe sie diesen Gedanken beendet hatte, sah sie bereits die ersten Bäume des Süd-Waldes unter sich vorbei huschen. Wenn sie sich einen Purzelbaum träumte, zog sie in weiten Schleifen und Spiralen durch die Luft. Links rechts gerade aus, rauf und runder alles gelang ihr spielend. Dass ihr Wundertraum nicht so schnell enden sollte wünschte sie sich jetzt, und nun schnell wie ein Pfeil von der Sehne einen Bogens zu Nayeli.

Wie die ersten Feen und Elfen geboren wurdenEs drückte ihr fasst alle Luft aus den Lungen als ihr Körper losschoss. Ohrenbetäubender Lärm, Pfeifen und Tosen umgaben sie. Der Wind riss und zerrte unbarmherzig an ihrer Kleidung und ihren Haaren. Und sie erkannte sie war der Pfeil im Wind der über die Baumkronen des Süd-Waldes schoss. Rasant schnell war alles vorbei. Sie schob sich noch mit dem letzten Schwung über den Wall der Senke, schwebte eine letzte Böschung hinab und stand plötzlich in die Mitte einer Erdwunde ähnlich der, die sie schon gestern gesehen und erlebt hatte. Alles drehte sich um Chimalis. Benommen und Erschöpft setzte sie sich nieder. Mit ihrer leeren Hand krallte sie so kräftig in die Erde das ihre Finger schmerzten. Alles war weich wie Butter, schwankte und zog Schlieren wie wenn Wasser über ihre Augen rann. Dieser Traum war zu wild für sie. Sie schwor sich, sollte es je ein nächstes Mal geben würde sie den Flug eines Schmetterlings träumen, niemals mehr von dem Flug eines Speeres, peitschenden Regentopfen oder gar von den Kapriolen eines taumelnden Blattes oder eines Moskitos, niemals mehr von zu schnellen Dingen.

Wie die ersten Feen und Elfen geboren wurdenVerdrossen schaute sich Chimalis um. Wo war sie? Nahe bei „Nayeli“, oder im Traumland ihrer Vorfahren. Sie öffnet ihre zur Faust geballte Hand in der sie ihre Sternen-Etwas glaubte. Sie hatte nun solche Irrungen und Wirrungen überstanden das es ihr als selbstverständlich und völlig normal vorkam dass sich ihre Sternenperle langsam von ihrer Hand löse hell aufflammte und unweit vor ihr zu Boden schwebte. Je länger sie zuschaute umso schwächer fühlte sie sich plötzlich. Ihre Glieder wurden schwer wie Blei. Und noch bevor ihre Wunderperle den Boden erreichte erlosch ihr Sternenglanz fast gänzlich, fiel sie die letzte Handbreite zu Boden und kullerte noch ein letztes Stückchen. Chimalis wollte aufstehen, wenigstens nach vorne beugen, ihre Hand strecken um ihren Schatz zu sich zu holen, doch es gelang ihr nicht. Müde, sehr Müde blieb sie auf der Erde Hocken. Sie musste warten, sitzen bleiben und erst neue Kräfte sammeln. Selbst Ihre Augenlieder waren so schwer geworden dass es wohl besser wäre sie zu schließen so lange sie wieder versuchte zu klären ob sie schlief oder wach war. Sie versuchte kräftiger zu Atmen, dabei zu riechen was die durch ihre Nase strömende Luft für Düfte mit sich brachten. Noch immer krallte sie sich mit ihrer rechten Hand in der lockeren Erde fest. Sie saß nicht gerate bequem, ihr rechtes Hinterteil begann zu schmerzen. Ein Stein oder harter Brocken drückte sich rücksichtslos. Sie rieb Erdkrummen durch Ihre Finger, nichts Ungewöhnliches wollte sich bemerken lassen. Dann gab sie ihrer Müdigkeit nach, rollte sich zur Seite und schlief ein.

Wie die ersten Feen und Elfen geboren wurdenFür Chimalis war es nichts Ungewöhnliches auf der blanken Erde zu schlafen, doch nun schmerzte ihr Arm, den sie sich unter den Kopf geschoben hatte so sehr das es ihr ratsam schien vollends aufzuwachen und etwas dagegen zu tun. Sie öffnete die Augen und setzte sich auf. Im selben Augenblick, in dem sie erschrocken nach ihrem Lederbeutel griff, sah sie auch das leuchten ihres Schatzes einige Armlängen neben sich. Nach und nach konnte sie wieder klare Gedanken fassen. So schlecht und schwächlich es ihr nach ihrer Erinnerung ging, bevor sie einschlief, fühlte sie sich bei weitem nicht mehr. Ah ja, die Sonne stand schon sehr tief, sie hatte wohl mehrere Stunden geschlafen. Rasch stand sie auf wollte mit einer schwungvollen Bewegung ihre Sternenperle aufheben und stellte überrascht fest, dass dies nicht so einfach gelang wie sie es sich vorgestellt hatte. Im ersten Moment wollte sich das Minibällchen, das sonst ein Leichtgewicht war, keinen Millimeter bewegen lassen. Erst als sie beherzter zufasste gelang es Chimalis es an sich zu nehmen.

Wie die ersten Feen und Elfen geboren wurdenNach und nach erkannte Chimalis, dass sich in ihren Gedanken, Träume und Wirklichkeit zu einem ganzen Bild des Erlebten zusammensetzen ließen. Sie war auf der Suche nach zwei Sternenkindern. Sie stand hier im Süd-Wald, hörte die vertrauten Geräusche des Waldes der sie umgab und dachte nach. In ihrer Hand hielt sie tatsächlich ihren bereits gestern gefundenen Sternschnuppen-Schatz. Und, sie zweifelte kurz an ihren Verstand, sie kam irgendwie hier her. Sie hatte sich völlig verausgabt aber sie merkte wie sie von Minute zu Minute mehr Kraft gewann. Leuchtet ihre Wunderperle nicht auch wieder stärker? Sie beschloss sie noch ein Weilchen zu rasten und ihren Durst und Hunger aus ihren Vorräten zu stillen. Sie setzte sich gerate Wegs da nieder, wo sie zuvor gestanden drückte eine Mulde in ihr Lederkleid legte ihre Sternenperle hinein und begann ihre Mahlzeit. Drei höchstens aber vier Stunden, blieben ihr noch um vor Einbruch der Dunkelheit ihr Dorf zu erreichen. Sie war sich sicher dass sich die Erwachsen und Ältesten ihres Stammes erst spät abends ernsthaft Sorgen um sie machten. Sie war gerade einmal 12 Jahre alt, wenn sie nicht rechtzeitig zurück fand, würden sich aber dann nach wenigen Stunden, vermutlich noch vor Mitternacht, einige ihrer Angehörigen auf die Suche nach ihr machen. Was in nächster Zeit sehr unangenehme Folgen für sie haben könnte.

Die Wie die ersten Feen und Elfen geboren wurdenWährend sie aß musterte sie jeden Zentimeter ihrer Umgebung. Sie verstand sich gut genug im Spuren lesen um sich nach und nach vorangegangenen Ereignisse dieses ungewöhnlichen Ortes vorstellen zu können. Der Regen des gestrigen Tages hatte viele Spuren verwischt. Das Erdreich war hier völlig durchnässt worden und kleine Sturzbäche hatten die lockere Krumme mit sich gerissen, sammelten sich am tiefsten Punkt und waren dann wieder abgetrocknet. Einerseits beruhigten Chimalis diese Vermutungen. Kein wildes Tier und auch kein Jagdgänger ihres Stammes hatten sich seit dem hier zu schaffen gemacht. Das jemand ihren fallenden Stern bereits vor ihr gefunden hat war sehr unwahrscheinlich. Aber sie konnte nicht so ohne weiters feststellen, wo sie graben musste. Sie unterbrach ihre Mahlzeit und steckte ihre Sternenkugel Winona in ihren Vorratsbeutel zurück. Gedankenverloren scharrte mit den Füßen hier und da, grub ziellos mit ihren Händen aber es fand sich keine Spur, kein lohnendes Ziel. Keine Lichtgestalt erschien ihr wie gestern und half ihr.

Wie die ersten Feen und Elfen geboren wurdenDass ihr nur noch so wenig Zeit verblieb beunruhigte Chimalis immer mehr. Heute mittag bei ihrem verrückten Traumflug hatte sie von Nayeli geträumt und sie war, egal auf welche wundersame Weise, rasend schnell hier her gekommen. Das Sternenkind Nayeli, musste also noch hier ganz in ihrer Nähe sein, vermutete sie. Manchmal glaubte sie diese Nähe kurz zu spüren doch dann entwischten ihr dies Empfindungen wieder. Entmutigt von ihren Misserfolgen setzte sie sich erneut nieder. Sie kramte nach ihrer Sternschnuppe, holte sie hervor und stelle freudig fast das sich Winona offensichtlich ebenso wie sie bestens erholt hatte. Sie legte ihr nun wieder lustig flimmerndes strahlen helle Sternen-Etwas wie gestern vor sich nieder und entfernte sich einige Schritte. Vielleicht mussten Sternschnuppen auch manchmal schlafen. Vielleicht konnten sie auch träumen. Sicher waren auch Zauberkräfte wie heute zur Mittagszeit begrenzt und manchmal aufgebraucht, überlegte sie. Lange musste Chimalis nicht warten langsam erschien über ihren Händen, und dann über ihren ganzen Körper wieder dieser wunderbare blaue Schimmer, löste sich von ihr und Schwups stand ihr Spiegelbild wieder genau über ihren Glücksbringer.

Wie die ersten Feen und Elfen geboren wurden„Sag mir wie ich Nayeli finden kann, hilf mir sie zu finden, du bist doch ihre Mutter, oder stimmt das etwa alles nicht“, sprach sie ihr Ebenbild trotzig an. Sie hoffte insgeheim auf eine Antwort und erhielt sie offen sichtlich auch, aber ärgerlicher weise verstand sie die Worte immer noch nicht. „Welcher Sprache ist das, mit der du zu mir sprichst?“ „Wenn du meine Worte nicht lernen kannst, dann lehre mich die deinen“. „Ich bin Chimalis und irgendwoher weiß ich doch auch das du Winona heißt, wie geht das?“ “ Wie finde ich deine Kinder, lass es mich ebenso wissen, oder zeige mir, wo ich suchen muss.“ Da plötzlich erhob sich ihr leuchtendes Ebenbild, schwebte einige Armlängen weiter und stand dann wieder still. „Oh Ja“ schrie Chimalis so laut, das sie über ihre eigene Stimme erschrak. Sie sprang auf stürzte an ihrer Sternenkugel vorbei mitten hin ins blau nichts, und begann genau darunter zu graben. Sie nahm Steine, Stöckchen alles has irgendwie half, scharrte und schaufelte wie besessen mit ihren Händen. Als sie noch kaum bis zum Grund ihres Erdtrichters reichen konnte legte sie sich auf den Bauch und rutschte vor lauter Eifer kopfüber hinein. Was war das nun schon wieder? Es war ihr als vernahm sie und Lachen und kichern, als amüsierte sie jemand köstlich über sie. Ärgerlich, auf beide Hände stützend, kämpfen sie sich wieder rückwärts nach oben. Schmollend hockte sie sich neben ihr Erdloch und schaute sich missmutig um. Da war niemand also konnte es nur Winona gewesen sein die sich über sie lustig machte. Sie warf einige Erdkrümel die sich noch in ihrer Hand befanden nach ihrem blauen Ebenbild, doch sie sausten einfach hindurch. Doch sie selbst fühlte sich nun getroffen spürte seltsamer Weise das Prasseln auf Ihrer Haut, nun war sie gar nicht mehr gut gelaunt.

Wie die ersten Feen und Elfen geboren wurdenNayeli, Sie stapfte einige Schritte zurück, setzte sich auf einen geborstenen Stein. Sie betrachtete ihre Kugel, dann ihr schimmerndes Ebenbild und stellte jetzt doch einige deutlich unterschiede fest. Sie saß ihr zweites ich stand immer noch aufrecht. Außerdem wurde sie nun fast geblendet, wenn sie ihr Zweites Ich so betrachtet strahlte es immer heller. Und außerdem bemerkte sie erst jetzt das Winonas Lichtsäule gar nicht mehr über der Mitte ihres ausgehobenen Erdlochs stand. Nein ihr Lichtspiel tanzte nun merklich daneben aber auch nicht über ihrer Sternenkugel wie sie nun deutlich sehen konnte. „Was ist nur mit dir los“ rief sie den wallenden Lichtschleiern entgegen. Sie lauschte in sich hinein, „hast du diesmal keine Antwort für mich?“ „Die Zeit drängt, wir müssen uns auf den Rückweg machen“. In der Tat sie hatte nur noch weinige Stunden für ihren Rückweg. „So geht es nicht“ sagte sie ungewollt heftig. „Ich frage mich, was mit dir los ist Winona, du fällst deiner Besten Freundin in den Rücken.“ Sie vergrub ihr Gesicht in den Händen. Es ist alles plötzlich so kompliziert“, sagte sie leise. „Ich erwarte doch nur, dass du mir zeigst was ich tun soll?“ Schweigen. Winona sah sie in dem Moment an als hätte ihr Chimalis unendlich wehgetan.

Wie die ersten Feen und Elfen geboren wurdenEgal, sie musste sich jetzt entscheiden. Chimalis hob ihre Sternenkugel auf hielt sie fest umklammert und wollte sich auf den Heimweg machen. Etwas war anders. Schon nach den ersten Kletterschritten hinauf zum Scheitel des sie umgebenden Erd- und Geröllwalls bemerkte sie das, dass Lichtbild ihr nicht folgte und auch nicht zu Ihrer Schatzperle zurückkam. Sie schaute zurück, überlegte es sich anders und kroch wieder hinunter zu Winonas Leucht-Erscheinung. Überschäumende Freude durchströmte sie wie der Wind durch die Zweige und Bäume des Waldes rauschte. Als sie mit Ihrer Sternenkugel in den Lichtkreis ihres Ebenbildes eintrat schien die Welt um sie herum in Lichtkaskaden zu Explodieren. Jetzt wusste sie Sie hatten sich gefunden. Ja, noch ganz schwach aber deutlich konnte sie außer Winona nun ein drittes Wesen fühlen. Aber natürlich, Nayeli war noch ein Baby. Sie kniete sich nieder, sucht zwischen den Erdkrümeln und fand schließlich ein klitzekleines, Stecknadelkopf großes leuchtendes Kügelchen. Und wieder wollte ihr Herz fast zerspringen vor Glück. Ja, das war Nayeli, und es war noch leben in ihr. Für ein Sternenkind sicher übervorsichtig hob sie Nayeli hoch und legte sie in ihr Tuch in dem sie auch Winona immer eingewickelt hatte. Bevor sie es schloss achtet Chimalis genau darauf, dass die beiden nebeneinander lagen und sich berührten.

Wie die ersten Feen und Elfen geboren wurdenEs schien Chimalis in diesen Augenblicken, dass sie nun alles, jedes Sein, jedes Vergehen und jedes Werden verstehen könne. Ihre nächste Traumzeit war gekommen. Und sie träumte von einem warmen Sommerwind, der die Flügel eines Schmetterlings zum zweiten Sternenkind „Sitara“ trug. Ehe sie sich versahen waren sie da. Chimalis, Winona, Nayeli und Sitara hatten sich gefunden. Nachdem Chimalis nun wusste, nach was sie Ausschau halten musste, hatten sie die Winzige „Sitara“, nach wenigen Minuten in einem kleinen Felsenkrater, in den westlich von ihrem Sommerlager gelegenen Schwarzsteinbergen „Paha Sapa“ gefunden. Chimalis und Winona, wussten das diese Vereinigung mit ihren Kindern nicht von langer Dauer sein konnte. Die Kraft eines Menschen, die Kraft von Chimalis, würde Wie die ersten Feen und Elfen geboren wurdennicht ausreichen, sie alle drei zu beherbergen. Winona wusste das sie ihre beiden Töchter mit anderen Menschen teilen musste damit sie wachsen und gedeihen konnten. Ja, sie würden sich wieder trennen müssen aber dennoch nie mehr aus den Augen verlieren. Aber nicht heute, heute war der erste Tag an dem Feen und Elfen alle Menschen die es wünschten begleiten würden. Alle spürten in diesen Augenblicken der Vereinigung die Macht des Geistes und die Kraft der Sternenfeuer die sie stärkten. Noch, bevor eine neue Nacht über das Land der Sioux, das Land der sieben Stämme im August dem „Monat der reifen Pflaumen“ dämmerte, träumte Chimalis ein drittes mal. Sie träumte, von den Schwingen eines stolzen Adlers, der die Last der Vier so verschiedenen Wesen mit Leichtigkeit, mit den Wolken des Sommers zu den Tipis ihres Dorfes trug.

Und so endeten drei Tage Schöpfung, der viele Tage vorausgingen und viel weitere Tage folgen würden, in denen aus „Chimalis“ deren Name soviel wie Elfenblauvogel bedeutete, und Winona deren Name soviel wie, die Erstgeboren Tochter bedeutete „La Hada“ die Fee aller Feen und Elfen zweier Welten wurde.

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buehne007_400_2009
Sage of Gods – LaHada the Storie

Es steht geschrieben, dass Geschichten immer dann enden sollen, wenn sie am spannensten sind?
Aber häufig ist auch zu Lesen, die …Fortsetzung folgt. 🙂
© BeThink 2009

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